Rex LichtspieltheaterFilm des Jahres!
Wie kein anderer hat Mihaileanu in seinen Filmen einen tragikomischen Umgang mit der Vergangenheit erreicht. Ob das die Geschichte einer jüdischen Dorfgemeinschaft ist, die in einem Zug versucht dem Holocaust zu entkommen, oder ein junger Äthiopier, der als afrikanischer Jude von den Israelis aus einem Flüchtlingslager gerettet wird und dann in Israel mit der Verleugnung seiner christlichen Kultur Probleme bekommt.
In seinem neuen Film steht auch wieder jemand im Mittelpunkt, dem die Geschichte übel mitgespielt hat. Dirigent Andrei Filipov führte das weltberühmte russische Bolschoi Orchester von Triumpf zu Triumpf, bis er sich für vom KGB verfolgte Mitmusiker einsetzte. Seitdem darf der Stardirigent das Konzerthaus nur noch putzen. Als er 20 Jahre später eines Tages das Büro des Direktors säubert kommt ein Fax an, das das Orchester zu einem Gastspiel nach Paris einlädt. Andrei Filipov ergreift die Gelegenheit und das Dokument, stellt ein Orchester aus entlassenen Musikern auf und meldet sich in Paris an.
Die Rekrutierung des Orchesters und die Fahrt nach Paris sind perfekte Komödie. Auch in Paris hält der wunderbar leichte und überdrehte Ton des Films an, aber es kommt, wie in einem guten Konzert eine neue Stimme dazu. Das Orchester soll in Paris Tschaikowskys Konzert für Violine und Orchester in D-Dur aufführen. Als Solistin hat sich Andrei Filipov die französische Violinen Virtuosin Anne-Marie Jacquet (Melanie Laurent) gewünscht, der gegenüber das gesamte Orchester noch eine alte Bringschuld hat, von der die junge Virtuosin keine Ahnung hat.
Bis hier hin wäre das Konzert ein sehr, sehr guter Film. Aber zum Film des Jahres braucht es noch etwas mehr. Und das hat mit Tschaikowskys Violinen Konzert zu tun, das hier mit der Geschichte die Mihaileanu um es herum erzählt eine gänzlich neue emotionale Dimension gewinnt.
Genial. Nach dem Film möchte man sich bei Mihaileanu und Tschaikowskys bedanken.
Wes Anderson (The Royal Tennenbaums) ist immer für eine Überraschung gut! Ein berührender Film über einen familiären Mikrokosmos. Nach dem bekannten Bilderbuch von Roald Dahl.
Porträt der Dostojewski Übersetzerin Swetlana Geier. Ein betörend schöner Dokumentarfilm der dem Geheimnis einer unermüdlich tätigen Frau nachspürt.
Swetlana Geier gilt als die grösste Übersetzerin russischer Literatur ins Deutsche. Ihre Neuübersetzungen von Dostojewskijs fünf grossen Romanen, genannt die "fünf Elefanten", sind ihr Lebenswerk und literarische Meilensteine.
Mit 85 Jahren reist Swetlana Geier zum ersten Mal seit dem Krieg zurück an die Orte ihrer Kindheit in der Ukraine. Der Regisseur Vadim Jendreyko begleitete sie auf dieser Reise.
Stavros betreibt einen kleinen Laden in einer mehr als ruhigen Straße von Athen. Das heißt eigentlich besteht seine Tätigkeit daraus, morgens einen Tisch mit vier Stühlen vor den Laden zustellen, um zusammen mit seinen drei Freunden dem Tag beim Verstreichen zuzusehen. Mit gespieltem Interesse nehmen sie das emsige Treiben der Chinesen zur Kenntnis, die auf der gegenüberliegenden Straßenseite einen kleinen Laden umbauen oder empören sich, weshalb ausgerechnet in ihrer kleinen Straße ein Denkmal für die »Interkulturelle Solidarität« gebaut werden soll.
Doch als eines Tages ein Mann namens Marengelen (was die Zusammenziehung von »Marx, Engels, Lenin« ist) auftaucht und Stavros' betagte und demente Mutter in ihm ihren lang verlorenen Sohn wiederzuerkennen glaubt, gerät Stavros Leben aus dem Gleichgewicht…
Eine wundervoll warmherzige Komödie um einen alternden Kioskbesitzer, der seine Identität verliert und dafür einen Bruder gewinnt. Ein Meisterwerk des skurrilen Humors und ganz nebenbei eine ausgesprochen gelungene Einführung in die griechische Ökonomie.
Pressestimmen:
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"Ein sensationeller Film." Programmkino.de
Nach "Toto der Held" und "Der 8. Tag" endlich ein neuer Film von Jaco van Dormael. Im Jahr 2092 sind alle Menschen unsterblich. Einzige Ausnahme ein 118 Jahre alter Mann. Für den interessiert sich ein mächtiger Medienkonzern. Aber Mr. Nobody hat wider aller Erwartungen keine Angst vorm Sterben sondern fragt sich angesichts seines baldigen Todes, ob er sein Leben richtig gelebt und die richtigen Entscheidungen getroffen hat. Das irritiert die Unsterblichen sehr, denn wenn man unsterblich ist, kann man ja alles noch mal anders machen.
Ein philosophisches Meisterwerk. Ein Opus Magnus des Kinos!
„Mr. Nobody“ berauscht, ja: überflutet mit der Bildgewalt seiner Welt und seiner Erzählraffinesse. Diese Welt erinnert mal an „12 Monkeys“, zitiert „2001“, verirrt sich scheinbar unwiderruflich in Parallelleben wie in Alejandro AmenĂ¡bar „Abre los ojos“. Doch van Dormaels neuestes Meisterwerk begeistert nicht nur durch die Dichte der Idee und Bilder, durch einen eindrucksvollen Cast oder den ebenso leichten, wie treffenden Pop-Soundtrack. Nicht nur wegen seiner grandiosen Ausstattungsdetails wie den immer wechselnde Familien-Fotos und den technischen Spielereien wie der tatsächlich „fliegenden“ Kamera. „Mr. Nobody“ erzählt eine ganz große, bis zum letzten Moment mehr und mehr mitreißende Liebesgeschichte. Dass das mögliche Happy-End dabei weit zurück in der Vergangenheit liegt, führt uns wieder zum bitteren Problem der Zeit, die nur in die Zukunft fließt und nicht wie der Name AnnA in zwei Richtungen funktioniert. Und zum verzweifelten, melancholischen Versuch, das Glück in der Erinnerung wieder zu finden. Dem Glück, die Zeit zurück zu drehen. „Mr. Nobody“ ist dies gelungen. Wie van Dormael das Entstehen von Gänsehaut im Detail zeigt, praktiziert er das Erwecken der Gefühle auch im großen Ganzen.